Die Stadt Würzburg vergab am 24.11. im festlichen Rahmen den Bürgersozialpreis an zwei herausragende Einzelpersönlichkeiten: Marianne Müller und Martin Wycislok.

Die Preisträger bei der Übergabe der Urkunden: Sozialreferent Robert Scheller und
Oberbürgermeister Georg Rosenthal gemeinsam mit den Bürgersozialpreisträgern
Marianne Müller und Martin F. Wycislok

Ehrenamtliches Engagement im Rampenlicht beim Bürgersozialpreis 2010:
Ursula Wichtermann, Leiterin des Aktivbüros der Stadt Würzburg,
Sozialreferent Robert Scheller, Bürgermeisterin Marion Schäfer-Blake,
Oberbürgermeister Georg Rosenthal, Preisträgerin Marianne Müller, Preisträger Martin Wycislok,
und für den Lions-Club Würzburg West: Dr. Klaus Friederich, Thomas Kestler und Baureferent Christian Baumgart.
Zwei gut vernetzte und „hartnäckige" Ehrenamtliche
Bei seiner kurzen Dankesrede war Martin Wycislok, einer der beiden Bürgersozialpreisträger 2010, gleich wieder in seinem Element. „Wir brauchen zurzeit dringend eine 4-Zimmer-Wohnung für eine tolle armenische Familie", nutzte der Ausgezeichnete die seltene Möglichkeit vor einem vollen Ratssaal sprechen zu können. Gerade diese Direktheit und Einsatzfreude hatte Oberbürgermeister Georg Rosenthal zuvor in seiner Laudatio gelobt: „Herr Wycislok ist da, wo Tag für Tag kleine Hilfen gebraucht werden. Sein Kopierladen im Mainviertel hat sich zu einem Kommunikationszentrum entwickelt, das bis weit in die Zellerau und auch ins Rathaus hinein Wellen schlägt." Das aktive Mitglied bei VIVOVOLO e.V. kümmert sich nicht nur um die interkulturelle Zusammenarbeit, er bietet auch Sprechstunden, organisiert Vorträge und Lesungen. Auch wenn sein besonderes Augenmerk benachteiligten Jugendlichen gilt, findet er auch Zeit Impulse bei Umweltthemen oder in Sachen Denkmalschutz zu setzen.
Auch Marianne Müller, die ehemalige Leiterin des BBZ für Hauswirtschaft, erhielt die mit 750 € dotierte Auszeichnung für ihren steten ehrenamtlichen Einsatz. Auf Blumen bei der Preisverleihung verzichtete sie mit dem Hinweis, dafür könne man schon wieder ein Paar Kinderschuhe kaufen. Müller engagiert sich seit vielen Jahren für Menschen, die von der Gesellschaft an den Rand gestellt werden. Sozialreferent Robert Scheller trug ihre Verdienste vor und lobte die „Hartnäckigkeit" der engagierten Bürgerin und Christin. Immer neue ehrenamtliche Projekte hat Müller initiiert. So beispielsweise die „Schülerzeit". Ein Kreis von rund 30 Freiwilligen hilft seit drei Jahren Grund- und Hauptschülern bei den Hausaufgaben und hat auch ein Ohr für außerschulische Herausforderungen. Gesund kochen bei einer kleinen Haushaltskasse durch Hartz-IV oder mit den Lebensmitteln der Würzburger Tafel - auch dieses praktische Beratungsangebot Müllers in der Clara-Oppenheimer-Schule fand großen Anklang. Seit kurzem hilft sie zudem Bewohnern der Gemeinschaftsunterkunft bei der Suche nach einer eigenen Wohnung und den ersten Schritten in einer größeren Freiheit.
Dr. Thomas Röbke, Geschäftsführer des Landesnetzwerks Bürgerschaftliches Engagement Bayern, betonte als Festredner des Abends: „Die Preisträger begreifen ihren Stadtteil. Je mehr soziales Kapital in einem Stadtteil vorhanden ist, umso stabiler wird dieser." Röbke zeigte auf, wie eng Bürgergesellschaft und Stadtentwicklung miteinander verzahnt sind und lobte Würzburg als „Hauptstadt der Selbsthilfe". Hier gebe es viele gute Beispiele einer gesunden Mischung aus Haupt- und Ehrenamt zum Beispiel im Bereich der Pflege.
Die Stadt Würzburg hat auf Initiative der Stadträtin Micaela Potrawa die Auslobung des Bürgersozialpreises 2007 erstmalig vorgenommen. Organisiert wird der Abend vom Aktivbüro der Stadt Würzburg. Bei der dritten Verleihung kam neben der Stadt der Würzburger Lions-Club West für die Preisgelder auf. Das Trio „Red Pack" sponserte hingegen den musikalischen Rahmen. Die drei Akustikmusiker mit den roten Schuhen als Markenzeichen spielten ohne Gage - auch als alle Festgäste schon die alkoholfreien Cocktails und Stadtkasino-Schmanckerl im Foyer genossen.

Zum Hintergrund
Der Preis wird an Einzelpersonen, Vereine, Initiativen, Organisationen, Gruppen oder Projekte, die sich in besonderer Weise im Sozial-, Jugend- oder Gesundheitsbereich ehrenamtlich engagieren, verliehen und ist mit einem Preisgeld dotiert. Eine per Stadtratsbeschluss gebildete Jury trifft eine Vorauswahl und gibt diese zur Abstimmung in den Stadtrat. Mitglieder der Jury sind Prof. Dr. Adams, Leiter der evangelischen . Kinder-, Jugend- und Familienhilfe und tätig an der FH Würzburg, die Stadträtinnen Micaela Potrawa und Gisela Pfannes, Jochen Axe, ehemaliger Vorsitzender des Stadtjugendrings sowie Sozialreferent Robert Scheller. Koordinierend tätig bei der Vergabe des Bürgersozialpreises ist das Aktivbüro der Stadt Würzburg mit Ursula Wichtermann, Leiterin und Senja Töpfer, zuständig für den Bereich Bürgerengagement.
Die Richtlinien zur Verleihung des Bürgersozialpreises finden Sie hier.
Die letzte Preisverleihung hat am 24.11.2010 stattgefunden, der nächste Preis wird im Jahre 2012 vergeben. 2011 findet wieder das Ehrenamtsfest für Jugendliche statt.
2008 wurde eine der wichtigsten Elterninitiativen für schwerstkranke Kinder in Würzburg, KIWI e.V., und Frau Irene Görgner als herausragende Einzelpersönlichkeit gewürdigt. In einem feierlichen Rahmen fand die Preisübergabe mit Herrn Oberbürgermeister Rosenthal und über 150 geladenen Gästen im Rathaus statt.

Vorstand der Elterninitiative KIWI e.V. Susanne Mott, Annette Geiger,
Johannes Wirbelauer, Oberbügermeister Georg Rosenthal, Stefan Wolf,
Ina Schmolke, Karin Knaf, Sozialreferent Robert Scheller

Die Preisträgerin Irene Görgner als herausragende Einzelpersönlichkeit zusammen mit Herrn Oberbügermeister Georg Rosenthal und Herrn Sozialreferenten Robert Scheller
| Mo | 09:00 - 12:00 Uhr Selbsthilfehaus Scanzonistr. 4 18:00 - 20:00 Uhr |
| Di | 09:00 - 12:00 Uhr 14:00 - 16:00 Uhr |
| Do | 09:00 - 12:00 Uhr |