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„Für Würzburg ist der Titel Fairtrade-Stadt rückblickend eine Belohnung für großes Engagement, bedeutet aber mit Blick in die Zukunft auch weiterhin eine Verpflichtung für fairen Handel.", betonte Oberbürgermeister Georg Rosenthal am Mittwoch bei der feierlichen Auszeichnung im Wenzelsaal. „Ein großer Anteil fairer Produkte sorgt für sozialen und wirtschaftlichen Ausgleich und gerechtere Löhne. Wir müssen weltweit die Kaufkraft von Landwirten und Arbeitern erhöhen; nur so können diese auch ihre Bedürfnisse stillen. Wir wiederum müssen beim Konsum fair sein und mit gutem Beispiel voran gehen."
Mit der Titelverleihung durch den gemeinnützigen Verein Transfair reiht sich Würzburg als 64. deutsche Stadt ein in über 1000 Fairtrade-Städte weltweit, die sich besonders für einen fairen Handel einsetzen.
In Würzburg wurde der Grundstein im Mai dieses Jahres mit einem Stadtratsbeschluss zur Verwendung von Fairtrade-Produkten im Rathaus und der anschließenden Gründung einer elfköpfigen Steuerungsgruppe gelegt. Dieser Gruppe um den Stadtbeauftragten Tobias Berz mit Vertretern aus Verwaltung, Handel, Vereinen und Kirchen, gebührt laut Oberbürgermeister besonderer Dank, denn „sie haben die Grundlagen gelegt, in diesem Projekt erfolgreich sein zu können und sie werden sich sicherlich auch in Zukunft mit viel Engagement, Energie und neuen Ideen einbringen". Tina Gordon von Transfair Deutschland überreichte dem Oberbürgermeister die Urkunde für die Stadt sowie ein Fairtrade-Kochbuch. Sie lobte vor allem die Arbeit von Partnerkaffee und dem Hilfswerk DAHW, die bei Transfair sehr aktiv sind. Die erforderlichen Kriterien erfüllte Würzburg mit Bravour. 24 Geschäfte und zwölf Gastronomiebetriebe mit Fairtrade-Produkten sind nach Einwohnerzahl die Vorgabe, Würzburg bietet mit 45 Geschäften bzw. 14 Gastronomiebetrieben eine deutlich größere Auswahl. Wichtiges und erfülltes Kriterium ist auch, dass öffentliche Einrichtungen wie Schulen, aber auch die Kirchen, Fairtrade anbieten und dafür werben und auch die Medien dieses Thema aufgreifen, denn der „Fairtrade-Gedanke soll weitergetragen werden".
Die Titelverleihung im Wenzelsaal war gleichzeitig auch ein Treffen der Würzburger Institutionen und Personen, die seit Jahren oder Jahrzehnten Projekte auf diesem Feld betreuen. Klaus Veeh, Geschäftsführer des Würzburger Partnerkaffees e.V., hat den Leitsatz „Global denken, lokal handeln". Ihm ist wichtig, dass sich Pionierprojekte wie der Würzburger Partnerkaffee und eine Dachmarke wie Transfair als „Partner auf Augenhöhe" begegnen und ergänzen. Er verwies darauf, dass anlässlich der Titelverleihung die Broschüre des Eine-Welt-Forums Würzburg neu aufgelegt wurde. Hier wird die große Fairtrade-Familie kompakt vorgestellt.
Stadtratsmitglied Benita Stolz sprach anlässlich der Titel-Verleihung von einer Leiter, die „Stufe um Stufe" erklommen werden musste, um nun einen „Etappensieg" zu feiern. „Doch in Würzburg starteten wir mit dieser Bewerbung nicht bei Null. Wir haben schon einige Stufen hinter uns, begonnen mit der Gründung des Eine Welt Forums 1991, dem Würzburger Partnerkaffee als Meilenstein der Fairtrade-Geschichte Würzburgs oder der Gründung von Ökopax, die seit 1995 jährlich den Würzburger Friedenspreis verleihen. Wir dürfen jetzt aber nicht auf dieser Sprosse stehen bleiben! In zwei Jahren steht uns eine Überprüfung bevor und vielleicht kann Würzburg auch noch höher klettern." Dabei spielte sie auf einen weiteren Titel an, den der Hauptstadt des fairen Handels: „Das können wir doch auch!"
Bild "Fairtrade":
Breite Allianz für fairen Handel. Tina Gordon von Transfair überreichte nun Oberbürgermeister Georg Rosenthal im Wenzelsaal das anerkennende Ortsschild „Fairtrade Stadt". Bild: Georg Wagenbrenner
Die Mitglieder der Steuerungsgruppe:
Tobias Berz, Stadt Würzburg (Congress - Tourismus - Wirtschaft)
Barbara Lehrieder, Stadtratsmitglied
Claudius Stanke, Agenda 21 / Umweltstation
Antoine Habersetzer, Hochschulgruppe Weltladen
Fabian Konrad, Studierendenvertretung Universität Würzburg
Bernhard Kessener, Der Kessener
Karin Zemanek-Münster, Naturkaufhaus Body & Nature
Rainer Schacht, Ev.Luth. Dekanat Würzburg
Florian Hundhammer, Eine Welt Forum
Thomas Mitschke, Weltladen Würzburg
Klaus Veeh, Bistum Würzburg / Würzburger Partnerkaffee e.V.