Tauchpumpen sorgen in dieser Baugrube direkt am Main für trockene Sicherheitsschuhe. Die Erneuerung der Kaimauer zwischen der Reibeltgasse und der Ludwigsbrücke ist streng genommen nur ein kleiner Mosaikstein im Mammutprojekt Würzburger Hochwasserschutz, laut Tiefbauchef Jörg Roth verdeutlichen die reinen Fakten die Dimensionen der Baumaßnahme: 2500 Kubikmeter Beton, 300 Tonnen Baustahl und 500 Quadratmeter Verblendmauerwerk kommen entlang der 330 Meter langen 5-Millionen-Euro-Baustelle zum Einsatz.
Oberbürgermeister Georg Rosenthal besuchte mit Baureferent Christian Baumgart und Roth die Baustelle, die sich derzeit vom Fluss aus hinter einer riesigen Stahlspundwand verbirgt. Diese wird später in etwa vier Meter Tiefe am Fundament abgeschnitten, wenn die in den Fels eingebrachte Bohrpfahlwand und die Kaimauer nach Abschluss der Baumaßnahme die Last des Flusses wieder übernehmen.
Grundwasser wird sich jedoch an dieser Stelle nicht aufstauen. Die Kaimauer wird so ausgebildet, dass unter der neugestalteten Uferpromenade ein Ausgleich stattfindet. An der Kaimauer werden sich aber nicht nur Wassermassen abarbeiten, auch große Schiffe können an den neuen Pollern und Ankerringen mit einer Zuglast von jeweils bis zu 30 Tonnen festgezurrt werden.
Baumgart betonte vor Ort, dass die Arbeiten derzeit absolut im Kostenrahmen sind und auch schnell voranschreiten. Und dennoch ist man mit diesem Bauabschnitt dem Zeitplan insgesamt deutlich hinterher: „Über ein Jahr haben wir durch juristische Auseinandersetzungen verloren. Wenn ein nichtberücksichtigter Bieter im Wettbewerb die Vergabekammer anruft, gibt es bei öffentlichen Auftraggebern stets unverschuldeten Baustillstand." Die Konsequenz dieser juristischen Überprüfung: Zwei aufeinanderfolgend geplante Bauabschnitte werden nun parallel umgesetzt. Willy-Brandt-Kai und Mainkai-Promenade können so nicht mehr - wie vorgesehen - als gegenseitige Ausweichstrecke für den Verkehr dienen. „Als Kommune unterliegen wir leider anderen Rahmenbedingungen als Aufträge in der freien Wirtschaft. Mit allen Konsequenzen. Diesmal leider auch für die Verkehrsteilnehmer", macht Oberbürgermeister Rosenthal auf die Zwänge des in den letzten Jahren mehrfach reformierten Vergaberechts aufmerksam.
![]() | Dem Main Paroli bieten: Im Rahmen des Hochwasserschutzes wird auch die Kaimauer zwischen der Reibeltgasse und der Ludwigsbrücke erneuert. Oberbürgermeister Georg Rosenthal, Tiefbauchef Jörg Roth und Baureferent Christian Baumgart (von links) an der durch eine Stahlspundwand gesicherten Baugrube. Foto: Georg Wagenbrenner |